Wenn Grenzen Sünde sind
- Armin Wilding

- 24. März
- 2 Min. Lesezeit
Wenn Grenzen Sünde sind, handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine familiäre Verstrickung, eine falsche Loyalität. Einfacher gesagt: Liebe und Verbindung gibt es nur, wenn ich meine eigenen Grenzen aufgebe, zurückstecke, mich anpasse, den anderen nicht mit meinen Wünschen „belaste“ oder ihm das verweigere, was er gerade von mir bekommen möchte.

Diese Muster sind samt und sonders in der Kindheit „erlernt“ – besser gesagt „implantiert“ oder „infundiert“ wie eine Blutkonserve. Dann fühlt es sich „natürlich“ an, wenn man nicht mehr zwischen sich selbst und seinen Bedürfnissen und jenen der anderen unterscheiden kann.
Nun steht man in Therapie und Begleitung vor der Aufgabe, das zu trennen, was verschmolzen, legiert ist. Wo bin ICH? Wie merke ich das überhaupt? … Und dann geht es ins Gedankenkarussell: „Soll ich … darf ich … muss ich … aber ich will doch … aber eigentlich … und wenn ich …“
Logos Evolution richtet sich in diesem Moment an das Wahre Selbst des Menschen, seinen unzerstörbaren Kern, der stets genau weiß, wo die Grenzen sind und was man wirklich braucht. Und dieses Selbst gibt sich über den Körper zu erkennen. Wenn wir Schritt für Schritt lernen, wieder hinzufühlen, hinzuschauen, dann merken wir ganz genau, wo wir mit uns selbst in Kontakt kommen, wo unser Territorium ist – wo wir leben, vor Energie zu sprudeln beginnen, wo sich unser Herz beruhigt und die Schuldgefühle sich auflösen wie Vampire im Sonnenaufgang.
Dorthin, in den Morgen nach der Albtraumnacht, wandern wir gemeinsam, indem wir erkennen, was echt ist und was fake, indem wir Manipulation entlarven, unseren eigenen Standpunkt fühlen, spüren und vertreten – in den Entscheidungen, aus denen wir ein Leben bauen, auf das wir in unserem tiefsten Herzen stolz sind.



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